Ich treffe in der onkologischen Tagesklinik viele Personen, viele Schicksalsschläge, viele verschiedene Erkrankungen und Stadien der Erkrankung. In Gesprächen fühle ich mich Wohl, wenn ich mich austauschen kann. Liebevolle Ratschläge und Worte tun gut, egal ob gesagt oder gehört. Bei der Chemotherapie sitze ich neben einer älteren Frau, die das erste Mal hier ist. Sie nimmt am Gespräch mit Schwester Rita teil und setzt das Gespräch mit mir fort, auch als Rieke wieder geht. Ich merke, dass sie aufgeregt und ängstlich ist. Mir erging es am ersten Tag nicht anders und ich habe das Bedürfnis ihr zu helfen. Ich spreche ihr Mut zu und gebe ihr den Ratschlag es zu Hause nach der Chemo ruhig angehen zu lassen. Außerdem erwähne ich, dass ich mich auf der Station bei den Schwestern und insbesondere bei Schwester Rita gut aufgehoben fühle. Ich bin mir sicher, dass sich die Frau nach unserem kurzen Austausch etwas entspannt. Schwieriger ist es mit den Krebspatienten, denen es nicht so gut geh...
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Mir geht's wirklich erstaunlich gut. Ich habe gelernt mir mehrere Pausen am Tag zu gönnen und die Füße hochzulegen. Doch es ist auch möglich ausgiebige Spaziergänge zu genießen, mit dem Fahrrad zu fahren und ältere Personen zu überholen und den Alltag alleinerziehend mit einer lebensfrohen anderthalbjährigen Tochter zu meistern. Neben den Pausen, die ich benötige, bin ich abends eher müde und brauche mehr Schlaf. Meine Haut pflege ich mit ureahaltigen Cremes, vor allem auf meine Füße und Hände muss ich achten. Außerdem habe ich eine blutige Nasenschleimhaut durch die Chemotherapie und noch verstärkt durch das Wetter und die Heizungsluft. Diese behandele ich mit einem angenehmen Nasen-Öl. Außerdem muss ich weiterhin darauf achten ausreichend zu trinken und rohes Fleisch, Grapefruit, Johanniskraut und Alkohol zu meiden. Ich erfahre zur Zeit viel Unterstützung durch meine Familie und meine Freunde und bin dem unfassbar dankbar. Ohne diese Unterstützung würde es mir nicht so gut...
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Der Unterschied zwischen dem ersten Teil der Chemotherapie-Behandlung und der jetzigen ist wie Tag und Nacht. Ich habe keinerlei Nebenwirkungen, die mich im Alltag einschränken. Direkt nach der Gabe bin ich müde und ein oder zwei Tage darauf habe ich am ganzen Körper Muskelkater. Damit kann ich sehr gut umgehen, da ich durch den Sport Muskelkater immer mit positiver Anstrengung verknüpft habe. Und auch jetzt kann ich mir sagen, dass mein Körper einiges zu leisten hat und der Muskelkater ein Ausdruck dafür ist. Was ich nicht wusste ist, dass ich zwar wöchentlich das Chemotherapeutikum bekomme, die Antikörper allerdings alle drei Wochen und das ein Jahr lang. Das bedeutet, dass ich wieder und wieder ins Krankenhaus muss. Doch es ist ja unfassbar positiv, dass ich diese überhaupt erhalte. Die Antikörpertherapie setzt genau an den Tumorzellen an und verhindert, dass sich neue bilden. Ein Jahr lang wird meinem Körper geholfen nur noch gesunde Zellen zu bilden. Danach erhalte ich etwa...
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Das Durchleben einer Krebserkrankung bedeutet viele Ungewissheiten, viele erste Male und viel Neues auszuhalten. Nach dem erfolgreichen Abschluss der viermaligen Gabe des Doxorubicin und Cyclophosphamid, erhalte ich nun Paclitaxel und zwei Antikörper, die besser verträglich sind. Dennoch kann mir niemand sagen, was genau in meinem Fall "besser" bedeutet. Auf Grund der Ungewissheit und der Aufregung ist mir schon am Morgen des Chemotages schlecht. Erst nach der Chemogabe entspanne ich mich und merke, dass es sich wirklich ganz anders anfühlt. Ich bin weder licht- noch geräuschempfindlich. Mir ist nicht schlecht und ich habe ganz normalen Appetit. Außerdem kann ich meinem Vorsatz treu bleiben und ohne Schwierigkeiten raus gehen und einen Spaziergang machen. Ich bin körperlich fit und schlafe ruhiger als nach der letzten Chemotherapie. Bloß ein leichtes Kribbeln in den Händen und eine innere Hitze begleiten mich. Ich kann diese Symptome allerdings durch Ablenkung komplett aus...
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"MAMA?!", ruft meine Tochter. "Du gönnst mir keine Pause, oder?" entgegne ich und setze mich auf den Boden. Ich stütze meinen schmerzenden Kopf in meine Hände und dabei kullert mir eine Träne über die Wange. Meine Tochter wird auf einmal ganz ruhig, kommt zu mir und nimmt mich in den Arm. Normalerweise hält sie eine Umarmung keine drei Sekunden aus. Diesmal verharren wir eine Weile in dieser Position. Einerseits ärgere ich mich, dass ich diese Schwäche gezeigt habe, andererseits bin ich froh darum, dass meine Tochter auf ihre Art versteht was los ist. Ich realisiere, dass ich beim Tatendrang meiner Tochter nicht mithalten kann. Das stimmt mich oft traurig in letzter Zeit. Doch umso schöner ist es, dass sie in der Krippe und bei Verwandten und Freunden, die mich unterstützen, auf ihre Kosten kommt. Die vergangene Chemo habe ich wieder besser vertragen, als die dritte. Vor allem das Wissen es sind nun 4 von 4 heftige Zyklen geschafft hilft mir enorm die Nebenwirkunge...
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Eine Woche ist vergangen. Es fühlt sich an als wäre ich für eine lange Zeit am anderen Ende der Welt gewesen. Wäre das schön... Nach der letzten Chemogabe falle ich in ein tiefes Loch. Ich brauche viel Kraft und Willensstärke mich dort wieder rauszukämpfen. Ich bitte meine Familie um Unterstützung, da ich nicht allein sein möchte. Ab Sonntag ist meine Tochter wieder bei mir und schenkt mir unglaublich viel Energie. Die negativen Gedanken verschwinden und der Kampfwille kehrt zurück. Bei einer psychosozialen Beratungsstelle hole ich mir Unterstützung. Diese fühlt sich richtig gut an. Schon allein das erste Telefonat hilft mir. Außerdem hatte ich einen ganz wichtigen Termin im Brustzentrum. Meine betreuende Gynäkologin begrüßt mich gut gelaunt. Ich habe ein wenig Angst, welche Neuigkeiten mich diesmal erwarten. Ich zweifle schon ein wenig, ob die Chemotherapie den erwarteten Effekt erzielt. Sie bittet mich herein und beginnt ohne langes Vorgeplänkel direkt mit der Untersuchung...
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„Ich will nicht!“ denke ich an diesem Morgen. Ich stehe unmotiviert und viel zu spät auf. Ich versuche nicht an die Chemotherapie und ihre Folge zu denken. Gestern war ich beim Training, daran denke ich, um mich abzulenken. Ich ziehe mich an, heute wähle ich fröhliche Farben, eine senfgelbe Hose, einen weißen Pullover und mein regenbogenfarbenes Kopftuch. Ich schminke mich und freue mich dabei darüber, dass meine Augenbrauen und Wimpern noch da sind und dadurch mein äußeres Erscheinungsbild gesund aussieht. Ich frühstücke, packe meine Sachen und steige ins Taxi. Heute fühle ich mich etwas schwächer, als beim letzten Mal. Ich gehe in die Tagesklinik und Schwester Rita nimmt mir Blut ab. Mein Port ist nicht rückläufig, das bedeutet, dass der Katheter beim Anziehen, von der Venenklappe oder Venenwand blockiert ist. Daher nimmt Rita Blut am Arm ab. Das kommt häufig vor, sagt sie und beruhigt mich. Die Infusion kann trotzdem über den Port laufen. Im Wartebereich lese ich etwas, bis...